Der Investmentbankriese Goldman Sachs plant, die Kriterien für ethnische Zugehörigkeit, Geschlecht und andere Diversitätsaspekte bei der Auswahl von Kandidaten für den Vorstand abzuschaffen. Diese Entscheidung erfolgt auf Druck des National Legal and Policy Center (NLPC), einer konservativen Aktivistengruppe und Kleinaktionär von Goldman Sachs. Die Gruppe, die kürzlich eine ähnliche Vereinbarung mit American Express bekannt gab, hatte im September einen Antrag an das Unternehmen bezüglich dessen Kriterien für Diversität, Gleichstellung und Inklusion (DEI) im Vorstand gestellt. Im Rahmen einer unterzeichneten Vereinbarung mit der Bank zog das NLPC einen Aktionärsantrag zurück, der die Abschaffung der Diversitätskriterien forderte. Der Governance-Ausschuss des Vorstands wählt derzeit qualifizierte Kandidaten hauptsächlich anhand von vier Faktoren aus. Ein Faktor ist eine breite Beschreibung von Diversität, die unter anderem Ansichten, Hintergründe, Militärdienst und „andere demografische Merkmale“ sowie DEI-Faktoren umfasst. Zu diesen „anderen demografischen Merkmalen“ gehörten Berichten zufolge ethnische Zugehörigkeit, Geschlechtsidentität, Herkunft und sexuelle Orientierung. Diese Kriterien sollen im Zuge der geplanten Änderung wegfallen. Quellen, die mit der Angelegenheit vertraut sind, teilten dem Wall Street Journal mit, dass der Vorstand von Goldman Sachs die Änderungen voraussichtlich noch in diesem Monat genehmigen wird. Diese Entscheidung stellt eine Abkehr von den Diversitätsvorgaben dar, für die sich das Wall-Street-Unternehmen lange eingesetzt und die es zuvor als „höchste Priorität“ eingestuft hatte.
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