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Medizinische Premiere in Deutschland: Erste Patient*innen erhalten innovative Trikuspidalklappe im Rahmen klinischer Studie in Berlin

Ein bedeutender Fortschritt in der Behandlung von Herzklappenerkrankungen ist einem interdisziplinären Team aus Berlin und Rostock gelungen. Unter der Leitung von Univ.-Prof. Dr. med. Hüseyin Ince, Chefarzt am Vivantes Klinikum Am Urban und am Vivantes Klinikum Neukölln in Berlin sowie W3-Professor und Direktor der Klinik und Poliklinik für Kardiologie an der Universitätsmedizin Rostock, wurden erstmals in Deutschland zwei Patient*innen im Rahmen einer sogenannten Early Feasibility Studie (EFS) mit einer innovativen Trikuspidalklappe minimalinvasiv behandelt. Die Implantationen, die in dieser Woche im Vivantes Klinikum Am Urban durchgeführt wurden, sind die ersten Eingriffe deutschlandweit mit dem VDyne-System im Rahmen dieser klinischen Studie. Insgesamt nehmen fünf Zentren in Deutschland an der Early Feasibility Studie teil – mit den nun erfolgreich durchgeführten Implantationen nehmen Vivantes und Rostock eine führende Rolle in der klinischen Anwendung der neuen Technologie ein. Der Eingriff stellt einen wichtigen Meilenstein in der Weiterentwicklung moderner Herzklappentherapien dar und verdeutlicht zugleich, wie entscheidend eine enge Zusammenarbeit zwischen medizinischen Spitzenzentren über Bundesländer hinweg ist. „Ich freue mich sehr, dass wir gemeinsam mit der Universitätsmedizin Rostock und den Vivantes-Kliniken den ersten Patientinnen und Patienten in Deutschland im Rahmen dieser Studie eine Behandlung mit diesem neuen Konzept ermöglichen konnten“, sagt Prof. Dr. med. Ince. „Diese Pionierleistung zeigt eindrucksvoll die Stärke der Kooperation zwischen Berlin und Rostock – und wie sehr unsere Patientinnen und Patienten davon profitieren.“ Neue Therapieoption für die rechte Herzklappe Während für Erkrankungen der linken Herzklappen in den vergangenen Jahren zahlreiche Behandlungsmöglichkeiten entwickelt wurden, waren die therapeutischen Optionen für die Trikuspidalklappe im rechten Herzen bislang deutlich eingeschränkter. Chirurgische Eingriffe an dieser Herzseite gelten als besonders komplex und sind häufig mit erhöhten Risiken verbunden. Die nun eingesetzte Technologie eröffnet neue Perspektiven: Eine künstliche Herzklappe kann minimalinvasiv über einen Katheterzugang durch die Leiste zum Herzen geführt und dort implantiert werden – ohne Öffnung des Brustkorbs und bei schlagendem Herzen. Für die Patient*innen bedeutet dies einen deutlich schonenderen Eingriff und eine schnellere Erholung. Präzise Vorbereitung durch moderne 3D-Technologie Vor dem Eingriff wurden beide Patient*innen mittels Computertomographie (CT) detailliert untersucht. Auf Grundlage dieser Bilddaten erstellte das medizinische Team ein dreidimensional gedrucktes Modell des Herzens, das die individuelle Anatomie exakt abbildet. Dieses 3D-Modell ermöglichte es den behandelnden Ärzt*innen, die komplexe Anatomie präzise zu analysieren und den Eingriff bereits im Vorfeld detailliert zu planen. So konnte die optimale Position der neuen Herzklappe festgelegt werden. Minimalinvasiver Eingriff am schlagenden Herzen Die Implantation erfolgte minimalinvasiv über einen Katheterzugang in der Leiste. Dabei wird die Herzklappe zunächst in komprimierter Form eingeführt, im Herzen exakt positioniert und anschließend entfaltet. Während der gesamten Prozedur überwachte das medizinische Team die Position der Klappe mithilfe moderner Bildgebung, insbesondere durch Herzultraschall sowie kathetergestützte Verfahren. Ein besonderer Vorteil des Systems besteht darin, dass die Klappe während der Implantation präzise korrigiert oder bei Bedarf wieder zurückgezogen werden kann. Erfolgreicher Eingriff und stabile Erholung Die Eingriffe im Vivantes Klinikum Am Urban dauerten jeweils etwa zwei Stunden und verliefen ohne Komplikationen. Bereits kurz nach der Implantation konnten beide Patient*innen extubiert werden und zeigten stabile Kreislaufwerte. „Die neue Klappe sitzt optimal und die Undichtigkeit der Trikuspidalklappe konnte erfolgreich behoben werden“, erklärt Prof. Dr. med. Ince. Deutlich verbesserte Lebensqualität Für die beiden behandelten Patient*innen bedeutet der Eingriff eine erhebliche Verbesserung ihrer Lebensqualität. Beide erholen sich gut und befinden sich im Rahmen der Early Feasibility Studie weiterhin in enger medizinischer Betreuung. „Solche Innovationen eröffnen neue Perspektiven für Patientinnen und Patienten mit bislang begrenzten Therapieoptionen“, betont Prof. Ince. „Wir freuen uns sehr über den erfolgreichen Verlauf und die positive Entwicklung unserer Patienten.“

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