Ein experimentelles Medikament gegen Bauchspeicheldrüsenkrebs könnte die Behandlung dieser Krebsart revolutionieren, so die Prognose von Onkologen. Das Medikament Daraxonrasib wurde von der US-amerikanischen Arzneimittelbehörde FDA im Schnellverfahren zugelassen und darf seit letzter Woche auch außerhalb klinischer Studien verabreicht werden. Die Ergebnisse wurden von Revolution Medicines veröffentlicht und gelten unter Medizinern als Meilenstein. Dr. Sekhar Padmanabhan, chirurgischer Onkologe am Vanderbilt University Medical Center, erklärte, das Medikament werde einen bedeutenden Einfluss haben. „Ich verwende den Begriff ‘bahnbrechend’ nicht leichtfertig“, sagte er. In der dritten Phase der klinischen Studie zeigte sich, dass Patienten, die Daraxonrasib zusätzlich zur Chemotherapie erhielten, eine doppelt so lange Überlebenszeit hatten wie Patienten, die nur Chemotherapie bekamen. Die Ergebnisse belegten außerdem, dass das Medikament bei Patienten mit Metastasen in anderen Körperregionen das Tumorwachstum stoppen und das Überleben um fast anderthalb Jahre verlängern konnte. Die Ergebnisse stellen einen bemerkenswerten Fortschritt in der Behandlung von Bauchspeicheldrüsenkrebs dar, einer Erkrankung, die meist erst im fortgeschrittenen Stadium diagnostiziert wird. Patienten mit dieser Erkrankung überleben nach der Diagnose selten länger als ein Jahr. Laut der American Cancer Society leben nur 3 % der Diagnostizierten fünf Jahre später noch. Daraxonrasib zielt auf ein Protein namens RAS ab, das das Zellwachstum im Körper reguliert. Bislang galt dieses Protein als „nicht medikamentös behandelbar“. RAS-Mutationen treten nicht nur bei Bauchspeicheldrüsenkrebs auf. Forscher untersuchen nun, ob das Medikament auch bei Patienten mit anderen Krebsarten wie Darm- und Lungenkrebs wirksam ist.
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