Der Rhein führt derzeit so wenig Wasser wie lange nicht. Wegen des anhaltenden Niedrigwassers und ausbleibender Niederschläge könnte die wichtige Verkehrsader für die Binnenschifffahrt bald nicht mehr durchgängig befahrbar sein. Der Bundesverband der Deutschen Binnenschifffahrt (BDB) warnt deshalb vor einer möglichen Zweiteilung des Flusses. Besonders kritisch ist die Situation am Pegel Kaub zwischen Koblenz und Mainz. Dort wird im Laufe der Woche erstmals ein einstelliger Wasserstand prognostiziert. Nach Einschätzung des BDB könnten die niedrigen Pegelstände dazu führen, dass die gewerbliche Schifffahrt in der Region keinen Gütertransport mehr durchführen kann. Auch die Ausflugs- und Kreuzfahrtschifffahrt wäre betroffen. Durch die Trockenheit könnten zwei voneinander getrennte Schifffahrtsgebiete entstehen. Im Norden bleibt der Verkehr zwischen den ARA-Häfen Amsterdam, Rotterdam und Antwerpen und Nordrhein-Westfalen bis etwa Köln möglich. Weiter südlich gibt es weiterhin Schiffsverkehr auf Nebenflüssen wie Neckar, Mosel und Main. Schiffe können deutlich weniger Ladung transportieren, wodurch die Transportkosten steigen. Besonders betroffen sind Industriebranchen, die auf Massenguttransporte angewiesen sind. Um wichtige Güter während des Niedrigwassers verstärkt über die Straße zu transportieren, wurde das Sonntags- und Feiertagsfahrverbot für Lkw in mehreren Bundesländern bereits aufgehoben. Zudem sollen Möglichkeiten für einen stärkeren Einsatz von Straße und Schiene beraten werden.
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