Auch mehr als drei Jahrzehnte nach der deutschen Wiedervereinigung bestehen laut der Ostbeauftragten der Bundesregierung weiterhin deutliche Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland. Besonders bei Eigentum, Vermögen und wirtschaftlicher Stärke sei die frühere Teilung noch immer sichtbar. Die Ostbeauftragte Elisabeth Kaiser betonte, dass viele Menschen in Ostdeutschland weiterhin schlechtere Startbedingungen hätten als Menschen im Westen. Laut dem Bericht verfügen Ostdeutsche im Durchschnitt über geringere Einkommen und weniger Vermögen. Auch Erbschaften und finanzielle Unterstützung innerhalb der Familien seien deutlich ungleicher verteilt. Dadurch hätten viele Menschen im Osten schlechtere Chancen beim Aufbau von Wohlstand oder bei der Gründung eines Unternehmens. Zudem spiele die Herkunft für viele Ostdeutsche weiterhin eine wichtige Rolle für das eigene Identitätsgefühl. Gerade junge Menschen würden sich häufiger bewusst als „ostdeutsch“ wahrnehmen. Gleichzeitig gebe es in vielen ländlichen Regionen Ostdeutschlands weniger junge Menschen und schlechtere Möglichkeiten für Austausch und Freizeitangebote. Die Ostbeauftragte fordert deshalb bessere Chancen für Menschen aus weniger wohlhabenden Familien und eine stärkere Diskussion über die Verteilung von Vermögen in Deutschland. Ziel müsse es sein, langfristig gleichwertige Lebensverhältnisse zwischen Ost und West zu schaffen.
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