Ceará, Brasilien – 3. Juni 2026: Ein internationales Team von Spezialisten für die mittlere Wassersäule an Bord des Forschungsschiffs Falkor (too) hat während einer Expedition in internationalen Gewässern vor Brasilien im tropischen Südatlantik mehr als zwei Dutzend neue Meeresarten identifiziert. Die Funde gelangen mithilfe moderner Bildgebungssysteme und genetischer Analysen, um die Midwater-Zone zu untersuchen – jene Schicht zwischen dem lichtdurchfluteten Oberflächenwasser und dem Meeresboden, die als größtes und am wenigsten erforschtes bewohnbares Ökosystem der Erde gilt. Die Forschenden konnten neue Arten innerhalb weniger Tage statt über Jahrzehnte hinweg bestätigen – ein Prozess, der normalerweise deutlich länger dauert. Zu den Entdeckungen zählten unter anderem ein Flohkrebs, der mit Krabben und Hummern verwandt ist, ein schnell bewegender Gossamer-Wurm, neun Quallen, sieben Siphonophoren, sieben Rippenquallen, vier Larvaceen, die in Schleimstrukturen leben, sowie zwei riesige Rhizarien, die ohne Mikroskop sichtbar sind. Das Team beobachtete zudem eine unerwartete Artenvielfalt, darunter Glasschwertkalmar sowie einen pelagischen Oktopus, der sich von einer leuchtend roten Qualle ernährte. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erklärten, die Erforschung der Midwater-Zone bleibe wegen ihrer enormen Ausdehnung und schwierigen Zugänglichkeit äußerst komplex. Um die Entdeckungen zu dokumentieren, setzte die Expedition mehrere Bildgebungssysteme ein. Laser-Scanning und Kameratechnik für 3D-Aufnahmen Dazu gehörten DeepPIV und EyeRIS, die an einem ferngesteuerten Unterwasserfahrzeug befestigt waren und mithilfe laserbasierter Scans dreidimensionale Bilder von Meeresorganismen erzeugen. Zusätzlich kam eine Shadowgraph-Kamera zum Einsatz, um feine strukturelle Details festzuhalten, die in 3D-Scans nicht sichtbar sind. So konnten die Forschenden Körperformen und innere Strukturen untersuchen, ohne Exemplare zu sammeln. Weitere Instrumente umfassten eine Virtual-Reality-Kammer, die natürliche Bedingungen simulieren soll, sowie eine Gravitationsmaschine, mit der Mikroben unter kontrollierten hydrodynamischen Bedingungen untersucht werden. Außerdem wurde ein spezielles Open-Source-Konfokalmikroskop eingesetzt, das es den Wissenschaftlern erstmals auf See ermöglichte, 3D-Bilder lebender innerer Zellstrukturen bei Tiefseeorganismen zu erfassen. Genomanalysen an Bord beschleunigen die Bestimmung Ein untersuchter Organismus war ein großer einzelliger Protist, wodurch die Forschenden beobachten konnten, wie seine Zellstruktur mit seinem glassartigen Skelett interagierte. Zudem sequenzierten die Wissenschaftler Genome direkt an Bord des Schiffes, was half, neue Arten während der Expedition schnell zu identifizieren.
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