Fünf Jahre nach der Flutkatastrophe in Nordrhein-Westfalen sieht man die Folgen immer noch deutlich – vor allem in Orten wie Hagen, Erftstadt-Blessem und Bad Münstereifel. Im Juli 2021 kamen 49 Menschen ums Leben, der Schaden geht in die Milliarden. In Hagen reißen die Wassermassen Autos und Hausfassaden mit, in Erftstadt-Blessem spült das Hochwasser eine Kiesgrube weg, und Bad Münstereifel steht komplett unter Wasser. Beim Wiederaufbau ist vieles gelungen. Zahlreiche Gebäude wurden saniert und besser gegen Hochwasser geschützt. Allein für den privaten Wiederaufbau wurden rund 900 Millionen Euro bewilligt, der Großteil davon bereits ausgezahlt. In Bad Münstereifel wurden Gebäude zusätzlich mit Panzerglas, verstärkten Wänden und weiteren Schutzmaßnahmen ausgestattet. Gleichzeitig bleibt der großflächige Hochwasserschutz eine Herausforderung. Rückhaltebecken, Schutzanlagen und andere Infrastrukturprojekte befinden sich vielerorts noch in Planung oder Genehmigung. Experten betonen, dass solche Vorhaben viele Jahre benötigen. Kommunen setzen deshalb verstärkt auf Frühwarnsysteme. Neue Pegelsensoren und Wetterdaten sollen im Ernstfall wertvolle Zeit verschaffen, um Menschen rechtzeitig zu warnen und Evakuierungen einzuleiten. Für viele Betroffene reicht das jedoch nicht aus. Sie befürchten, dass sich eine Flut wie 2021 trotz aller Fortschritte erneut ähnlich dramatisch auswirken könnte. Klimaforscher warnen zudem, dass Starkregenereignisse künftig häufiger auftreten könnten. Fünf Jahre nach der Katastrophe zeigt sich deshalb ein gemischtes Bild: Der Wiederaufbau ist weit vorangeschritten – beim langfristigen Hochwasserschutz bleibt jedoch weiterhin viel zu tun.
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