Kardinal Rainer Maria Woelki wird 70 Jahre alt. Vor dem Kölner Dom bleibt es ruhig – keine Spur von Feierlaune wie bei seinem Amtsantritt 2014. Kardinal Woelki steht nach zwölf Jahren als Erzbischof weiterhin im Mittelpunkt der Diskussionen um den Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche. Der Reporter sieht vor Ort: Weder feiern die Leute, noch protestieren sie sichtbar. Gläubige und Passanten reagieren zurückhaltend, und niemand startet eine öffentliche Aktion oder Demonstration. Wolfgang Rothe aus dem Betroffenenbeirat der Deutschen Bischofskonferenz wirft Woelki vor, den Missbrauchsskandal nicht richtig anzugehen. Er spricht von einer Männerbündelei in der Kirche. Marianne Arndt von Maria 2.0 sagt, dass kritische Stimmen in der Kirche unterdrückt werden und Woelki neue Strukturen nach seinen Vorstellungen schafft. Trotz heftiger Kritik und öffentlicher Diskussion bleibt Kardinal Woelki im Amt. Der Papst steht weiter hinter ihm, und Woelki selbst sagt, dass er noch lange nicht aufhören will. Sein 70. Geburtstag beendet die Debatte um ihn und den Umgang mit dem Missbrauchsskandal also nicht.
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