Die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt sorgt für ein politisches Beben. In einem Kommentar nennt die ZDF-Journalistin Bettina Schausten drei vorläufige Erkenntnisse aus dem Wahlergebnis. Die AfD habe es geschafft, die Unzufriedenheit, den Frust und die Enttäuschung vieler Menschen zu bündeln und damit Kopf und Herz der Wähler zu erreichen. Konkrete Lösungen für diese Probleme erkenne sie bei der Partei allerdings eher nicht. Besonders hart fällt Schaustens Bewertung der CDU aus. Für die Partei sei der Wahlabend eine Katastrophe. Ministerpräsident Sven Schulze habe Rekordverluste eingefahren und müsse sich deshalb der Rücktrittsfrage stellen. Gleichzeitig könne er möglicherweise noch gebraucht werden, um schwierige politische Aufgaben zu bewältigen. Auch auf Bundesebene sieht Schausten deutliche Konsequenzen. Dass Friedrich Merz im Wahlkampf kaum sichtbar gewesen sei, habe bereits auf Probleme hingedeutet. Das Ergebnis sei deshalb auch eine Niederlage für den Bundeskanzler und CDU-Vorsitzenden. Nun stehe Merz unter erheblichem Druck, eine handlungsfähige Regierung zu wirksamen Reformen zu bewegen und die eigene Politik schlüssig zu erklären. Zugleich sieht Schausten eine klare Konfrontation zwischen AfD und CDU. Die Wut der AfD richte sich gegen die Christdemokraten. Eine konstruktive Zusammenarbeit hält sie deshalb für kaum vorstellbar. Ihr Fazit: Sachsen-Anhalt sei ein tief gespaltenes Land – und möglicherweise könnten künftig ausgerechnet diejenigen stärker mitbestimmen, die politisch von dieser Spaltung profitiert haben.
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