Ermittlern aus Nordrhein-Westfalen ist nach eigenen Angaben ein historischer Schlag gegen die russische Ransomware-Gruppe „Qilin“ gelungen. Das Landeskriminalamt NRW und die Zentral- und Ansprechstelle Cybercrime NRW hatten die Hackergruppe monatelang heimlich infiltriert und dabei zahlreiche digitale Spuren ausgewertet. Ein 28-jähriger russischer Staatsbürger, der zu den führenden Köpfen der Gruppe gehören soll, wurde im Mai in Japan festgenommen und am vergangenen Freitag nach Deutschland überstellt. Ausgangspunkt der Ermittlungen war ein Angriff auf ein Unternehmen aus Nordrhein-Westfalen im September 2024. Dabei wurden Daten gestohlen und verschlüsselt. Die Täter drohten anschließend mit der Veröffentlichung. Im Zuge der Ermittlungen stießen die Behörden auf einen entscheidenden Hinweis, der schließlich zur Identifizierung des mutmaßlichen Täters führte. Japanische Medien berichten zudem von einer Erpressung über 165.000 US-Dollar in Bitcoin. Nach Angaben von NRW-Innenminister Herbert Reul soll „Qilin“ seit 2024 weltweit fast 4.000 Unternehmen erpresst haben. Rund 150 davon sollen in Deutschland betroffen gewesen sein, etwa 30 in Nordrhein-Westfalen. Auch der Cyberangriff auf die Partei „Die Linke“ im März 2026 soll der Gruppe zugerechnet werden. Insgesamt sollen sich die Lösegeldforderungen auf fast drei Milliarden US-Dollar summiert haben, mehr als 140 Millionen Dollar seien tatsächlich gezahlt worden. Die Auslieferung aus Japan erfolgte trotz eines fehlenden bilateralen Auslieferungsabkommens. Die Beweise der NRW-Behörden überzeugten dem Bericht zufolge auch japanische Gerichte. „Qilin“ soll zudem für einen Cyberangriff auf den japanischen Asahi-Konzern verantwortlich sein. Die Ermittlungen gegen weitere Beteiligte laufen weiter.
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