Die Beatles veränderten die Musik für immer. Doch trotz ihres beispiellosen Erfolgs blieb die schockierende Trennung des Quartetts jahrzehntelang eines der größten Rätsel der Rockgeschichte. Im Laufe der Jahre wurde oft John Lennons Frau Yoko Ono beschuldigt, während andere wachsende Spannungen und geschäftliche Streitigkeiten hinter den Kulissen als Ursache nannten. Doch laut neu aufgelegten Interviews mit Personen aus dem engsten Umfeld der legendären Band könnte die Wahrheit weitaus komplexer sein. In Interviews aus den frühen 1980er-Jahren enthüllten der ehemalige Beatles-Insider Peter Brown und der Autor Steven Gaines, dass die ersten Risse bereits lange vor der offiziellen Trennung der Band im April 1970 sichtbar waren. Berichten zufolge trieb Paul McCartney Ende der 1960er-Jahre die Musik weiterhin mit demselben Elan und Ehrgeiz voran, die die Beatles zu einem globalen Phänomen gemacht hatten. Lennon hingegen war angeblich zunehmend unruhig und desillusioniert von der Beatlemania, was die Kluft zwischen den beiden größten kreativen Kräften der Gruppe weiter vertiefte. Hinter den Kulissen verschärften geschäftliche Angelegenheiten die Situation nur noch. Nach dem Tod des Bandmanagers Brian Epstein im Jahr 1967 fiel es der Gruppe schwer, sich auf einen Nachfolger zu einigen. McCartney lehnte die Einstellung des umstrittenen Managers Allen Klein vehement ab, während Lennon, George Harrison und Ringo Starr den Schritt befürworteten. McCartney erinnerte sich an den Moment seiner Überstimmung mit den berühmten Worten: „Das ist ja wie bei Julius Cäsar, und mir wird in den Rücken gestochen!“ Auch Onos Anwesenheit veränderte nach ihrer Heirat mit Lennon im Jahr 1969 unbestreitbar die Dynamik der Band. Doch selbst diejenigen, die der Geschichte am nächsten standen, weisen die weit verbreitete Behauptung zurück, sie habe die Beatles im Alleingang auseinandergebracht. Wie Gaines es ausdrückte: Yoko „kam im richtigen Moment, um die Lunte anzuzünden, aber das Dynamit war schon eingelegt.“ Letztendlich scheint die Trennung der Band nicht durch ein einzelnes Ereignis oder eine einzelne Person verursacht worden zu sein. Stattdessen wurde die Beatles durch eine Kombination aus persönlichen Differenzen, sich verändernden Prioritäten und bitteren geschäftlichen Auseinandersetzungen auseinandergerissen. Oder, wie Ringo Starr es später zusammenfasste: „Es war an der Zeit.“
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