Während die Gewinner des Referenums ihren Sieg als "Vernunftsentscheidung gegenüber kapitalistischen Interessen" feiern und sich die Olympia-Unterstützer im Senat, der Wirtschaft und dem Sport die Wunden lecken, machen andere eine breite gesellschaftspolitische Diskussion auf: Ist Hamburg die Deutsche Hauptstadt der Nein-Sager und Zauderer? Warum ticken Hamburger offenbar anders, als die Menschen in München oder NRW? Frederik Braun, der mit seinem Bruder Gerrit zusammen 2001 das Hamburger "Miniatur Wunderland" gegründet und mit mittlerweile mehr als 1,5 Millionen Besuchern jährlich zu einer der beleibtesten Sehenswürdigkeiten in Deutschland gemacht hat, gilt als ausgemachter Visionär. Das Miniatur Wunderland hatte bereits beim Referendum 2015 eine Olympia Bewerbung Hamburgs unterstützt und auch diesemal klar Stellung für Olympia in der Stadt bezogen. Nicht ohne, Kritik zu ernten. "Wir haben uns für Olympia eingesetzt, obwohl ich damit gerechnet hatte, dass es nicht klappt", sagt Braun: "Denn es ist in unserer Gesellschaft so einfach geworden, 'Nein' zu sagen. Und so schwer, die Menschen zu überzeugen, dass es eine Vision gibt". Er vermisse in Hamburg den Mut zu großen Ideen, gerade wenn es um bahnbrechende - und damit auch teure - Großprojekte gehe. Braun sieht die von Social-Media geprägte Diskussionskultur als "gefährlichen Endgegner". "Wir sind dem nicht gewachsen. Wer ständig mit Pessimismus und Hass bombardiert wird, wird selbst zum Pessimisten." Im Wunderland ticke man anders: "Dort sind wir immer eher dafür, eine verrückte Idee zu verwirklichen, als 'nein' zu sagen." Ein bisschen Wunderland benötige Hamburg auch, so Braun: "Wir brauchen mal wieder Projekte, die von 80-90 Prozent der Hamburger gemeinsam getragen werden."
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